Unsere Chronik

Die Gründung der Ortsfeuerwehr Biere

Einen Antrag zur Gründung einer uniformierten „Freiwilligen Feuerwehr“ stellte der Biere Handwerksmeister, Sattlermeister Wehe aus der großen Straße, im Jahre 1876 an die  Gemeindeverwaltung Biere. Allerdings wurde dieser Antrag abgelehnt. Erst auf Anordnung der Regierung im Jahre 1889 wurden die erforderlichen Mittel zur Errichtung einer solchen bewilligt. Das Protokollbuch beginnt mit dem 22.Januar 1890.
Erster Brandmeister war Herr David Coste, Mitbesitzer der hiesigen Zuckerfabrik. Zu seinem Stellvertreter wurde Herr August Sixdorf, Friseur, benannt. Die genaue Mitgliederzahl der Kameraden kann heute leider nicht mehr festgestellt werden. Aber die hohe Anzahl der passiven Mitglieder hat die Arbeit der Feuerwehr tatkräftig unterstützt.
Bis 1890 war in Biere jeder männliche Einwohner zum „Feuerlöschdienst verpflichtet. Mit der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr ist diese Pflicht abgeschafft worden. Nun wurden sofort neue Feuerlöschgeräte und ein Feuerspritze angeschafft. Es wurden sogar ein Leiterschuppen und der Steigerturm, jetzt Kirchplatz, neu errichtet. Von nun an ist die Gemeindeverwaltung stets darauf bedacht das „Feuerlöschwesen“ immer mehr und ehr auszubauen. Gilt es doch die immer höher werdenden Werte der Gemeinde sicherer zu schützen. Eine noch heute funktionierende Maßnahme ist das Suchen nach Wasser mit der Wünschelrute. So suchten Wünschelrutengänger den Wasserlauf und stellten den Strom fließend Von Oberdorf Biere in Richtung des Familienhauses, Grundstück Friedrich Wehrmann in der Wilhelmstrasse, heute Friedensstraße fest. Zwischen 30-35 Metern breit und in einer Tiefe von 6 bis 8 Metern floss also hier das Wasser. Die Feststellung, dass hier immer Wasser fließt, wurde als Anlass genutzt und die Bohrung für den „Strombrunnen“ begann. Der Brunnen befindet sich noch heute sichtbar vor „Familie Schaaps“ ehemaliger Bäckerei. Sämtliches Wasser wurde von nun an hier geholt.
Die erste richtige große Bewährungsprobe bestehen die Kameraden 1913 bei einem Großbrand in Groß-Mühlingen. Mit der Pferdegespannten-Handruckspritze konnte man in relativ schneller Zeit am Einsatzort sein und schnell Hilfe leisten.
Mit dem Ausbruch des ersten Weltkrieges 1914 wurden viele Kameraden zum Kriegsdienst verpflichtet. Nun lag die ganze Last auf den älteren daheim gebliebenen Kameraden, denn das neue Werk sollte unbedingt fortgesetzt werden. Erst 1918 konnte wieder Verstärkung durch jüngere Kameraden, die aus dem Krieg zurückkamen gerechnet werden.
In den Folgejahren zieht immer mehr Modernisierung in die Feuerwehr ein, von der Maschinenleiter bis zu Motorspritze.
Zur Verbesserung der Alarmierung wird 1927 eine „Sirene“ im Kirchturm installiert. Einige Jahre später kam die Sirene auf das Stalldach des Grundstückes Mühlenstraße 24.
1939- Ausbruch des 2. Weltkrieges. Zur Aufrechterhaltung der Einsatzbereitschaft, die während des Krieges durch verstärkte Luftangriffe in Anspruch genommen wurde, werden staatlicherseits wieder Bürger zum Dienst in der Feuerwehr verpflichtet.
Anfang des Jahres 1947 wird in einer Mitgliederversammlung der Wunsch die nun überalterten Wehrleitung durch jüngere Kameraden zu ersetzten, erfüllt. 8 verdienstvolle langjährige Kameraden werden verabschiedet und zu „Ehrenmitgliedern“ ernannt. Die alten bewährten Traditionen, auch die Kameradschaftspflege werden wieder aufgenommen und weitergeführt.
Höchste Brandsicherheit und vorbeugender Brandschutz sind nach wie vor die wichtigsten Aufgaben. Im Jahre 1964 wird die erste Frauengruppe in der FFW Biere gegründet, Kamerad Fritz Schöne übernahm die Ausbildung der weiblichen Mitglieder.
Anlässlich des 75- jährigen Jubiläums 1965 wurde die Wehr mit der Aufbaunadel in Gold ausgezeichnet. Mit der Gründung der Arbeitsgemeinschaft „ Junge Brandschutzhelfer“ 1970 hat man an den Nachwuchs gedacht. Der Hauptfeuerwehrmann Manfred von Mackrodt übernimmt die Ausbildung der „Jungen“.
Am 11.Juli 1980 wird während der Festsitzung zum Heimatfest Wehrleiter Ernst Schulze als Ersten im Kreis Schönebeck das „Bestenabzeichen der Feuerwehr“ verliehen.
Eine große Zuschauerzahl wurde bei den Wettkämpfen verzeichnet. 400 Schlachtplatten wurden verkauft und am Abend fanden sich über 400 Jugendliche in der Mehrzweckhalle (damals Scheune von Otto Knopf, dann LPG) zum Jugendtanz ein.
700 Personen folgten der Aufforderung zum Tanz im Zirkuszelt für die „Älteren“.
1989 war das Jahr der Wiedervereinigung, was auch für die Feuerwehr mit Änderungen einher ging.
So wurde die Wehr nicht nur zur Brandbekämpfung sondern zunehmend auch für die technische Hilfeleistung eingesetzt.
Gemeinsam mit dem Spielmannzug zählte die Freiwillige Feuerwehr 1991 87 aktive Mitglieder und 33 passive Mitglieder.
In diesem Jahr erfolgte der Beitritt zum Kreisfeuerwehrverband „ Feuerwehrverband des Landkreises Schönebeck e.V.“
Dieser Verband verfolgt ausschließlich gemeinnützige Zwecke und vertritt die Interessen der Mitglieder der Feuerwehr.
Die schon über Jahre geplanten Umbauarbeiten am Feuerwehrdepot begannen mit dem Umbau einer Garage.
Diese wurden durchschnittlich mit 8 Kameraden durchgeführt .Zusätzlich kamen von Seiten der Gemeinde noch ABM-Kräfte zum Einsatz.
Im Dezember wurde die Wehr durch das Landratsamt mit einem Funkalarmempfänger ausgerüstet.
Die Kameraden Reinhard Bester und Klaus Ullmann gründeten 1992 die Jugendfeuerwehr neu.
Im 14-tägigen Rhythmus werden 12 junge Brandschutzhelfer ausgebildet.
Wichtigster Einsatz war die Brandbekämpfung eines Strohdiemens der LPG Pflanzenproduktion. Dieser erstreckte sich über mehrere Tage.
Die jüngsten Kameraden erkämpften sich bereits 1993 den Titel des Kreismeisters der Jugendfeuerwehren.
6 Einsätze hatte die aktive Wehr, wobei 2 Einsätze keine Brandeinsätze sondern technische Hilfeleistungen waren.
Bereits am 01.01.1994 musste die Feuerwehr zu einem Großbrand ausrücken. In der Mühlenstraße brannte ein Haus völlig nieder.
Weiterhin wurden in diesem Jahr die Innenarbeiten am Gerätehaus abgeschlossen.
Höhepunkt war der Kauf eines neuen Feuerwehrautos. Ein TSF-VW L83 Diesel zugelassen für 6 Personen. Das Auto hat einen Wert von ca. 110.000 DM
Trotz schwieriger personeller Situation konnten 1995 alle 20 Einsätze abgesichert werden.
Am 1.Mai führte die Feuerwehr erstmalig einen Tag der offenen Tür durch.
Dieser wurde mit einem Kinderfest verbunden.
Ebenfalls in diesem Jahr konnte die Feuerwehr ihr 105-jähriges Bestehen begehen. Mit Wettkämpfen der Feuerwehren und der Jugendfeuerwehren des Abschnitts Biere wurde dieser Tag würdevoll gefeiert. Abschluss bildete traditionsgemäß ein großer Festumzug der vom Spielmannzug umrahmt wurde.
Zu einem Eisenbahnunglück kam es am 01. Juni 1996 in Schönebeck. Ein Kesselwagen war explodiert. Viele Wehren des Kreises Schönebeck waren dort über mehrere Tage im Einsatz. So auch die Freiwillige Feuerwehr aus Biere.
Der nächste große Einsatz war 1998 in Barby, als dort ein Holzhaufen, über viele Tage brannte.
Auch hier Leistete die Feuerwehr Hilfe bei der Brandbekämpfung und hat auch die Absicherung der Brandstelle über mehrer Tage mit Kräften unterstützt.
Das Jahr 2000 war mit 29 Einsätzen das einsatzintensivste der letzten Jahrzehnte.
Zur Festsitzung anlässlich des 110-jährigen Feuerwehrjubiläums wurden einige Kameraden befördert und verdienstvolle Kameraden geehrt. Dies war das letzte Mal das eine große Festsitzung mit anschließendem Tanz durchgeführt werden konnte.
Die Feuerwehren des Wirkungsbereiches traten zum Bierkistenstapeln an
Die verschiedenen Spielmannzüge formierten sich zum Sternmarsch, was immer ein sehr schöner Anblick ist.
Über eine Bücherspende von Herrn Herbert Spranger konnte sich die Feuerwehr 2002 freuen. Diese 5 Bücher wurden für die Chronik der Wehr übergeben.
Im Januar des Jahres 2005 wurde unser ehemalige Wehrleiter Ernst Schulze durch die Eintragung ins Goldene Buch der Gemeinde Biere für seine Verdienste geehrt.
Im Juni fand das Heimatfest der Gemeinde Bördeland statt. Ganz im Zeichen der Feuerwehrjubiläen.
115 Jahre Freiwillige Feuerwehr Biere und 45 Jahre Spielmannzug.
Anlässlich dieses Ereignisses fand die Einweihung einer Ehrentafel für alle Feuerwehrkameraden statt. Diese wurde gestiftet vom Verein „Bürger für Biere.
Die Einsatzkleidung nach Hupf-Norm konnte weiter komplettiert werden, so das etwa 80 Prozent der aktiven Kameraden mit der neuesten Einsatzkleidung ausgestattet sind.

 

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